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Full text of "Zur Lautlehre der altenglischen Ortsnamen im Domesday Book"

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Zur Lautlehre 
der 

altenglischen 
Ortsnamen im 
Domesday ... 



Max Stolze 











LIBRARY 

OK THE 

University of California. 

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1 







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Zur Lautlehre der altenglischen Ortsnamen 
im Domesday Book. 



Inaugural-Dissertation 

zur 

Erlangung der Dootorwürde 

von der 
philosophischen Facultät 

der 

Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 

genehmigt 
und 

nebst den beigefügten Thesen 

öffentlich zu verteidigen 
am 

33. Juli 1002 

von 

Max jjtolze 

aus Berlin. 



Opponenten: 

Herr cand. phil. Gustav Becker. 
„ cand. phil. Ernst Foss. 
„ cand. phit-fiiefeLC d Sievers. 



BERLIN. 
1902. 

Druck von Carl Salewski, Berlin C, Neue Friedrichstr. 44. 



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Mit Genehmigung der Hohen philosophischen Fakultät gelangt 
in der vorliegenden Dissertation nur ein Teil der eingereichten 
Arbeit zum Abdruck. Die ganze Abhandlung wird demnächst 
im Verlag von Mayer & Müller in Berlin erscheinen. 



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Meinen lieben Eltern. 



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Einleitung. 



'Domesday Book' ist der Name jenes nationalen Grund- 
buches von England, das auf Geheiss Wilhelms des Er- 
oberers 1086 zusammengestellt wurde, und das zum Zweck 
der Besteuerung über den Wert der darin beschriebenen 
Ländereien sowie über die Besitzverhältnisse in ihnen 
Auskunft geben sollte. In knapper und schwer zugäng- 
licher Form lateinischer Statistik entrollt uns das gewaltige 
Werk ein Bild von England zu jener einschneidenden 
Epoche in seiner Geschichte, da auf alter Grundlage ein 
neuer Staat sich erhob: es ist dadurch für den Historiker 
eine Quelle ersten Ranges und eine fast unerschöpfliche 
Fundgrube der Belehrung geworden. 

Das Material zu dem bedeutsamen Unternehmen war 
durch Kommissionen beschafft worden, die mit königlicher 
Vollmacht ausgestattet in den einzelnen Grafschaften um- 
herzogen und ihre Erhebungen anstellten. Aus jeder 
Hundertschaft, zu der die Abgesandten des Königs kamen, 
beschieden sie acht Vertrauensmänner (juratores) vorsieh: 
diese hatten auf ihren Eid gewissenhafte Auskunft zu er- 
teilen auf die Fragen, die man ihnen vorlegte; ihre Aus- 
sagen wurden zu Protokoll genommen. Von diesen schrift- 
lichen Aufzeichnungen der Kommissionsbeamten ist uns 



* Zur Einleitung wurden benutzt: Gross, Sources and Litte- 
rature of Englisk History, London 1900. — Freeman, History of 
the Norman Conquest, V. — Round, Feudal England, London 1895. 
— Domesday Studies, ed. Dove, London 1888/91. — Maitland, 
Domesday Book and Beyond, Cambridge 1897. 

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in der Urschrift nichts erhalten, doch besitzen wir einige 
Werke, die den Originalen z. T. sehr nahe stehen. Dies 
sind : 

1. Die sog. 'Inquisitio Comitatus Cantabrigiensis', eine 
unvollkommene Abschrift der Protokolle, die sich auf 
Cambridgeshire beziehen. Die Hds. stammt aus dem Ende 
des 12. Jahrhunderts. 

2. Die sog. 'Inquisitio Eliensis\ ein Bericht über die 
Besitztümer der Abtei Ely in Cambridgeshire, Suffolk u. a. 
Grafschaften. Das Original dieses Werkes, das z. T. die 
ursprünglichen Aufzeichnungen der Kommission kopiert, 
z, T. auf Little Domesday (vgl. u.) zurückgeht, besitzen 
wir nicht, wohl aber drei Abschriften aus dem Ende des 
12. Jahrhunderts. 

3. Das sog. 'Exon Domesday', ein Bericht über Corn- 
wall, Devonshire und Ländereien in Somerset, Dorset und 
Wiltshire. Das Werk staipmt wie Domesday Book aus 
dem Jahre 1086; es geht direkt oder indirekt auf die 
Protokolle zurück. 

Die Kommissionsberichte, deren Spuren wir in den 
eben genannten Werken noch begegnen, wurden gesammelt 
und einer Redaktion unterworfen, wobei man die ursprüng- 
liche Ordnung der Angaben nach Hundertschaften aufgab 
und nach tenentes in capjte einteilte, d. h. unter dem 
Namen eines höheren Lehnsherrn sämtliche ihm ange- 
hörigen Güter vereinigte, gleichgültig, in welcher Hundert- 
schaft sie lagen. Diese Redaktion ist das Domesday Book, 
genauer 'Exchequer Domesday', wie es zum Unterschied 
von dem an dritter Stelle genannten Werk bezeichnet 
wird. Es besteht aus zwei Pergamentbänden aus dem 
Jahre 1086. Exchequer I (Great Domesday) ist ein Folio- 
band von 382 Blättern; er enthält Berichte über dreissig 
Grafschaften, d. h. über sämtliche, die überhaupt auf- 
genommen wurden, ausser Essex, Norfolk und Suffolk. 
Letztere drei Grafschaften ünden sich vereinigt in Ex- 
chequer II (Little Domesday), einer Pergamenthds. von 
450 Blättern in Kleinfolioformat. Die Eintragungen von 




EJxch. II unterscheiden sich wesentlich von denen in 
Exch. I : sie sind inhaltreicher, weniger zusammenredigiert 
und den Originalen näher stehend. Dies Auseinander- 
fallen beider Hdss. nach Form und Inhalt erklärt Round 
neuerdings mit grosser Wahrscheinlichkeit durch die An- 
nahme, Exch. II gehe zeitlich Exch. I voraus: ersteres sei 
eine noch ziemlich unbeholfene Anfangsarbeit, letzteres 
eine ungleich geschicktere Fortsetzung nach einem neuen, 
tibersichtlicheren Plan. Auf Ersuchen des Oberhauses im 
Jahre 1767 gab Georg III. Befehl zur Veröffentlichung 
des ganzen Werkes, die 1783 erfolgte (Domesday Book 
seu Liber Censualis Wilhelmi Primi regis Angliae, ed. 
Abraham Farlcy). Seither sind von einzelnen Grafschaften 
facsimilierte Ausgaben erschienen (Domesday Book, photo- 
zincographed facsimile. 33 [35] pts. Ordinance Survey 
Office, Southampton, 1861—64.). 

Domesday Book ist, wie schon angedeutet, lateinisch 
geschrieben und nur ganz selten einmal floss den norman- 
nischen Schreibern resp. Redaktoren ein französisches Wort 
in die Feder (vgl. Hildebrand, Zts. f. rom. Phil. VIII, 324). 
Dennoch bietet das Werk für die Philologie reiches Material 
in der Fülle der hier aufgezeichneten Namen englischer Ort- 
schaften sowie ihrer französischen und englischen Besitzer. 
Auf seinen Wert für die romanische Sprachwissenschaft 
wies Suchier hin, der aus ihm den Diphthong ue zum 
ersten Mal belegte (Zts. f. rom. Phil. II, 290). Hildebrand, 
Zts. f. rom. Phil. VIII, 321 ff., stellte Nachforschungen an 
über das romanische Element in Domesday und fand frühe 
Beispiele für Thatsachen der französischen Lautlehre. Ein 
Versuch, das Grundbuch für die englische Sprachwissenschaft 
nutzbar zu machen, soll in der vorliegenden Arbeit an- 
gestellt werden, die es sich vornimmt, die in Domesday 
aufgezeichneten ae. Namen auf ihre Lautgestalt hin zu 
prüfen. Aber nicht alle Namen, wie ich sofort hinzu- 
fügen muss, denn die Fülle des Materials gebot eine Be- 
schränkung. Von einer Behandlung der Personennamen 
ist gänzlich abgesehen; von den Ortsnamen sind nur die- 

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jenigen untersucht worden, die in den Grafschaften Kent 
(K.), Sussex (Su.), -Devonshire (De.), Somerset (Som.), 
Gloucester (GL), Warwick (Wa.), Lincoln (Li.), York (Yo.) 
einerseits und in Essex (Ess.) andrerseits aufgezeichnet 
stehen. Die erstgenannten Grafschaften sind sämtlich in 
Exch. I enthalten und zwar in der gekürzten Redaktion; 
Ess. dagegen steht — in breiterer Fassung — in Exch. IE 
und nimmt dadurch von vornherein eine gewisse Sonder- 
stellung ein. Die Auswahl der Grafschaften ist so ge- 
troffen, dass bei der Untersuchung ein Eingehen auf 
Dialektfragen möglich gemacht wurde. Zu Grunde gelegt 
habe ich meiner Arbeit den Druck von 1783, der sich 
durch Vergleich mit den facsimilierten Ausgaben als ver- 
lässlich erwies. 

Für eine lautliche Untersuchung des ae. Sprach- 
elementes in Domesday empfahl sich das normannische 
Werk aus zwei eng mit einander verwandten Gründen: 
es ist einmal in zeitgenössischer Niederschrift erhalten und 
genau auf das Jahr 1086 zu datieren. Es ist also ein 
Denkmal der Übergangszeit vom Altenglischen zum Mittel- 
englischen, von der wir in sprachlicher Hinsicht durch 
direkte Zeugnisse wenig sichere Kunde haben. Nicht, dass 
es an litterarischen Werken aus jener Zeit mangelte; aber 
sie zeigen gegenüber der Sprache iElfrics kaum eine Ent- 
wickelung, die wir doch notwendig voraussetzen müssen, 
wenn wir den ungeheuren Unterschied begreifen wollen 
zwischen der Sprache des Poema morale, in dem sich die 
me. Schreibweise durchgesetzt hat, und der iElfrics: sie 
stehen unter dem Banne einer seit MIMc traditionellen 
Schriftsprache, die uns nicht gestattet, zum gesprochenen 
Laute vorzudringen. Nicht so Domesday, und das macht 
seinen anderen Wert für uns aus. Eine flüchtige Durch- 
sicht der Namen zeigt, dass traditionelle ae. Zeichen kaum 
verwendet sind; mit eigenen Mitteln stellten hier die nor- 
mannischen Schreiber die englischen Laute dar und zwar, 
wie sie sie hörten. Die erste Frage der Einschätzungs- 
kommission bezog sich auf den Namen der Ortschaft, über 




welche sie ihre Erhebungen anstellte; wie er dem Nor- 
mannen im Ohr klang, suchte er ihn zu fixieren. Wenn 
hier und da bei der Wiedergabe ein traditionelles ae. Zeichen 
mit unterlief, besonders in bekannten Namen, so ist das 
leicht zu erklären: zwanzig Jahre waren seit der Er- 
oberung vergangen, und Sprache und Schrift der Besiegten 
waren den normannischen Schreibern wohl sicher geläufig. 

Freilich, die in gewissem Sinne phonetische Schreibung, 
die das Material zu einer so günstigen Unterlage für eine 
philologische Untersuchung macht, erschwert doch vom 
praktischen Standpunkt aus erheblich seine Behandlung. 
Die altenglischen Ortsnamen sind an sich ein ziemlich 
spröder Stoff für eine Lautuntersuchung, da ihrer Deutung 
oft grosse Schwierigkeiten entgegenstehen, und da man 
sich nicht auf ein Werk stützen kann wie auf Förstemann 
für die altdeutschen Namen. Dadurch, dass im vorliegen- 
den Fall die Namen nicht in dem bekannten altenglischen, 
sondern in dem neuen Gewand der normannischen Schrei- 
bung uns entgegen treten, das ihnen oft recht seltsam 
steht, haben sie an Durchsichtigkeit und Klarheit nicht 
gewonnen. Und doch war die Kenntnis der Bedeutung 
für die meisten Fälle eine unerlässliche Vorbedingung 
meiner Arbeit. Ich habe sie zu gewinnen gesucht 1. durch 
Vergleichung der Domesday- Namen mit einander, indem 
ich sie einmal nach ihrem Hauptthema, ein anderes Mal 
nach dem Suffixthema zusammenstellte; 2. durch Ver- 
gleichung der Namen in Domesday mit den in ae. Ur- 
kunden aufgezeichneten einerseits, und 3. mit den ne. 
Entsprechungen andrerseits, wenn dies letztere in einigen 
Fällen von Nutzen sein konnte, und eine Identifikation auf 
Grund der vorhandenen Hilfsmittel möglich war. Die 
hierbei benutzten Bücher waren: 

Kemble, Codex Diplomaticus aevi Saxonici (K. C. D.), 
Band III und VI, welcher letztere am Schluss ein Orts- 
namen-Verzeichnis enthält. 

Birch, Cartularium Saxonicum (B. C. S.), aus dem ich 
mir ein Verzeichnis der Ortsnamen ausziehen musste. 




Earle, Land-Charters und Documents. 
Napier-Stevenson, Crawford-Charters. 
Sweet, Oldest English Texts (Sw. O. E. T.). 
Thorpe, Diplomatarium Anglicum aevi Saxonici. 
Thorpe, Anglo-Saxon Chronicle. 
Earle-Plummer, Anglo-Saxon Chronicle. 
Monumenta Historica Britannica. 
Bosworth-Toller, Anglo-Saxon Dictionary. 
Searle, Onomasticon Anglo-Saxonicum. 
Bartholomew, Gazetteer of the British Isles (Barth.). 
Abhandlung von Jellinghaus in Anglia XX, 257— 334 



Arbeiten, die sonst verwendet wurden, sind an ihrem 
Orte erwähnt. 

Von den in den genannten Grafschaften aufgeführten 
Namen, die ich auf ihre etymologische Grundlage zu prüfen 
hatte, sind mir viele unklar geblieben, was nach dem eben 
Gesagten wohl kaum anders zu erwarten war. Sie konnten 
natürlich für die lautliche Untersuchung nicht in Betracht 
kommen und fehlen daher (ebenso wie auch viele durch- 
aus klare Namen, die ausgelassen sind, um eine Häufung 
der regelmässigen Fälle zu vermeiden). 

Die Aufgabe meiner Arbeit möchte ich nunmehr dahin 
präcisieren: von den Namen, die durchsichtig genug 
schienen für den Zweck der Untersuchung*, ist das aus- 
zuscheiden, was als normannische Zuthat sich kenntlich 
macht; das übrige ist mit der traditionellen ae. Schrift- 
sprache zu vergleichen, um dadurch festzustellen, was 
von den Lauten um 1086 noch ae. Bestand, was 
bereits fortschrittlich entwickelt ist. Für die Be- 
urteilung der Namen in diesem Sinn kamen folgende Ge- 
sichtspunkte in Betracht: 



* Wenn sich gelegentlich auch unsichere Namen unter meinen 
Beispielen finden mögen, so werden doch, wie ich hoffe, die da- 
neben stehenden einwandfreien Fälle einen Zweifel an dem jedes- 
maligen Resultat ausschliessen. 



(Jell.). 




I. Stimmt die normannische Schreibung mit der 
traditionellen ae. überein, so kann man im allgemeinen 
annehmen, dass die Qualität des ae. Lautes sich nicht 
geändert hat. 

Besondere Beachtung verdienen jedoch Fälle, wo 
specifisch ae. Zeichen verwendet werden, die uns über die 
Qualität des zu Grunde liegenden Lautes nichts sagen. 

IL Weicht die normannische Schreibung von der 
traditionellen ae. ab, so kann die Abweichung sein: 

a) Graphischer Natur, bedingt durch 

1. ungenaue und fehlerhafte Schreibung; 

2. gelehrte Schreibung; 

3. die Verwendung von Zeichen, die in diesem 
Gebrauch specifisch norm.-franz. sind gegenüber 
der traditionellen ae. Schreibung. 

b) Organischer Natur: es liegt eine Abweichung vom 
ae. Lautbestande vor und zwar bedingt durch: 

1. normannische Auffassung und Anpassung der 
gehörten Laute; 

2. fortschrittliche Entwickelung gegenüber der ae. 
Schriftsprache. 

Dieses Schema ist ausgefüllt dem Vokalismus und dem 
Konsonantismus vorangestellt und dient als eine Übersicht 
über diese beiden Hauptkapitel meiner Arbeit. 




Vokalismus. 



Übersicht. 

L Die normannische Schreibung stimmt mit 
der traditionellen ae. überein namentlich in der 
Wiedergabe von ae. a § 1, ae. a, o vor Nasalis § 2, ae. e 
§§ 6 u. 7, ae. o § 11, der Längen: ae. ä § 3, ae. e § 8, 
ae. ö § 12 (Längezeichen sind jedoch nicht verwendet; 
Doppelschreibung zur Bezeichnung der Länge finde ich 
nur in K. Lee). Ferner der Vokale unter stärkerem 
Nebenton § 26 (mit gewissen Einschränkungen) und des u 
der Flexionssilben § 26. 

Specifisch ae. Zeichen (im Vergleich zur normannischen 
Schreibung) werden ganz selten gebraucht; es sind: ce zur 
Bezeichnung von ws. ee § 4 und sekundär von ae. ea § 19. 
ea für den ae. Diphthong ea § 17. eo für Umlaut -eo aus 
e § 20b, für eo § 22. 

EL. Die normannische Schreibung weicht von 
der traditionellen ae. ab. Die Abweichungen sind 

a) Graphischer Natur, bedingt durch 

1. ungenaue und fehlerhafte Schreibung, z. B. Sines- 
hovedes für Sineshevodes § 19 Anm. 2. 

2. Gelehrte Schreibung. Hierher gehören die lat. 
Endungen, die in Ess. fast systematisch durchgeführt sind 
§26. 

3. Die Verwendung von Zeichen, die in diesem Ge- 
brauch norm.-franz. sind gegenüber der traditionellen ae. 
Schreibung. Wenn diese Zeichen zugleich eine lautliche Ab- 
weichung vom ae. Bestände bedeuten, so ist auf Hb 
verwiesen. Solcher Lautsymbole finde ich: 



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ai und ei, die in vielen Fällen als gleichwertig 
verwendet sind. Ihr Lautwert ist zweifach: sie dienen 
zur Bezeichnung eines Diphthongen; sie können aber 
bereits monophthongiert worden und gleich [e] sein, wie 
Hildebrand, Zts. f. rom. Phil. VIII, 358 aus Domesday 
selbst nachweist, ai, ei mit diphthong. Lautwert begegnet 
in (§ 3 für altn. ei und) § 25 zur Wiedergabe der sekun- 
dären englischen Diphthonge aus hellem Vokal -+- palataler 
Spirans (vgl. IIb). In umgekehrter Sehreibung für [e] 
begegnet: ai für ws. ce § 5, ai, ei für ea § 19 (vgl. IIb), 
ei für y, Lautwert [e?], in § 15. 

ie, das schon den Lautwert [e] haben kann, wie Hilde- 
brand, S. 358 aus Domesday nachweist. So ist denn ie 
für engl, [e] aus ea geschrieben § 19 (vgl. IIb), für [e?] 
aus y in § 15. 

ue, das sicher diphthong. Lautwert [üe oder ue] hat 
(Hildebrand 359). Es ist verwendet zur Wiedergabe von 
ae. eo § 22 (vgl. II b). 

u [ü]. Es dient zur Wiedergabe von ae. y im süd- 
westl. Gebiet § 15 (vgl. IIb). Für eo § 22, vgl. IIb. 

a, womit der Normanne ausser [a] auch den Laut [ae] 
resp. [bb] bezeichnet. In folgenden Fällen zwar könnte 
man auch eine Entwickelung von ae. ce zu [a] annehmen: 
a für angl. ce (ws. ea durch Brechung vor h) § 17 c; für 
north, ce (ws. ea aus Palatal + ce) § 18; für ce als Kürzung 
von ea § 19 (vgl. IIb). Wenn aber a mit seltenerem e 
promiscue auftritt, wie zur Bezeichnung von ws. ce § 4, 
ws. ea (Brechung vor gedecktem r und T) § 17 a, b (vgl. 
II b), und ws. ob [hb~\ § 5, so kann man wohl mit grösserer 
Sicherheit sagen, dass a den alten Laut [se] resp. [bb] 
ausdrückt. 

e in seiner Verwendung zur Wiedergabe von i § 9, 
von i aus y (vgl. IIb) § 15, von nebentonigem i § 26. 

o in seiner Verwendung zur Wiedergabe von u § 13, 
von ü § 14, von u unter dem Nebenton § 26. — Als um- 
gekehrte Schreibung ist es wohl aufzufassen, wenn für o 
ganz selten u eintritt § 11. 




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b) Organischer Natur: es liegt eine Abweichung 
vom ae. Laut bestände vor und zwar bedingt 

1. durch normannische Auffassung und Anpassung 
der gehörten Laute. Hierher gehört wohl die Form 
Glouuecestre § 19 Anm., für die ae. Entwickelung schwer- 
lich anzunehmen ist. 

2. Durch fortschrittliche Entwickelung gegenüber der 
ae. Schriftsprache. 

Bei den einfachen Vokalen lässt sich Folgendes kon- 
statieren: 

Für ae. ä findet sich zweimal o § 17 b Anm. Wenn 
die Beispiele zutreffend sind, hätten wir hier die frühesten 
Fälle von Verdumpfung des ä vor uns. — Ae. y ist 
z. T. durch i wiedergegeben; die Schreibung lässt auf 
teilweise Entrundung des Lautes schliessen § 15. — Unter 
dem Nebenton ist die Qualität der Bildungssilben schwan- 
kend geworden § 26. Das a der Flexionssilben ist fast 
durchaus zu e geworden § 26. 

Hauptsächlich die Diphthonge haben eine Umgestaltung 
erfahren: a und e promiscue für ae. ea § 17a, b lässt ver- 
muten, dass der alte Diphthong den Lautwert [ae] an- 
genommen hat. — Für ws. ea (aus Pal. + ce) steht durch- 
aus e § 18 (wie ja auch in spätws. Texten). — Für ae. ea 
§ 19 deuten die Schreibungen ce, e, a% ei, ie sämtlich 
auf Monophthongierung; a dafür ist wohl Kürzungs- 
resultat. — Ae. eo ist nach der Schreibung zu e geworden 
§ 20 a, b. — Für eo ist durchaus o geschrieben und dem- 
gemäss wohl gesprochen worden § 21. — Für eo § 22 ist 
e geschrieben. Lautwert [66]. Unklar blieben mir die 
Schreibungen ue und w. — Für ws. ie § 23 und ie § 24b 
spricht die Schreibung gleichfalls nicht mehr für diph- 
thongische Aussprache. — Aus hellem Vokal -+- folgender 
palataler Spirans haben sich bereits neue Diphthonge er- 
geben § 25. 




— 11 — 



Vokale der Stammsilben. 



§ 1. Ws. a ist regelmässig erhalten, z. B. in: 
K. Hagelei 1 , Blacheborn 2 , Blachemenestone 3 , Witestaple 4 , 
Goslaches*. Su. Staple 4 , Stapleham 4 , Babintone*, Havoches- 
berie 1 , Folsalre*. De. Stapelie 4 , Alre*, Havocmore 1 , Blache- 
berie 9 . Sora. Staple 4 , Batecumbe 10 , Alre*, Avena u , Bade 12 , 
Havechewelle 7 . Gl. Alrelie*, Havoehesberie 1 . Ess. Staple- 
fort 4 , Alreforda 8 , Mapledestede 19 , Passe feldam 14 . Wa. Arve 15 , 
Mapelberge 1 6 . Li. Stapleforde 4 , Hagetorne 1 7 , Blachene 2 . 
Yo. Stapletone 4 , Alretun*, Alrebec 8 , Dacre 1 *, Hagebrige 1 , 
Elrneslac*, Stotfalde 19 . 

Anm. Für Yo. Elrebec, Elreton, Elreburne (ne. Eller- 
beck, Eilerton, Ellerburn) ist als Etymon nicht alor, sondern 
altn. elre anzunehmen. 



1 haga = place fenced in. Ne. Hawley. 2 blacan-. 8 blacan. 
Ne. Blackmanstone. 4 stapol = Pfosten, Säule. 6 ? lacu. 6 vgl. 
K.C.D. Babbing-, i hafoc. 8 a i or = Eller. 9 Ne. Blackbury, De. 
10 K.C.D. Batancumbe, Som. 11 Bosworth-Toller: Afen, Som. 
« Bosworth-Toller: Baoan = Bath. 18 K.O.D. Mapulderstede, Ess. 
14 K.C.D. Passefeld, Ess. 15 Bosworth-Toller: Arewe, Arwe 
(?= arrow). 16 ? mapul. " haga, ne. Hawthorn. ™ Sw. O.E.T. 471 
Dacor = river Dacre, Yo. 19 fald, falod = Hürde, Stall. 

§ 2. Ae. a vor Nasalis [g] ist meist a geschrieben, 
doch begegnet auch o: 

Beispiele für a: K. Harne 1 , Hamestede 1 , Sandwice. 
Suanetone-, Langebrige, Langvelei. Su. Harne 1 , Hamfelt\ 
Soanberge 2 , Langelie. De. Harne 1 , Hamberie*, Maneberie, 
Sanford 3 , Landesher -g, Langetreu, Langedone. Som. Hame \ 
Maneworde, Sanford*, Langporth, [Lamieta. Gl. Hamme 1 , 
Salemanesberie, Hanbroc 4 , Langetreu. Ess. Harne 1 , Harn- 
stedam 1 , Manestunä, Hangra*, Langefort. Wa. Sandburne, 
Langedone. Li. Mannetorp, Mannebi, Langehou. Yo. Lanes- 
dale, Mannefelt, Manestorp, Manzserge, Hanepol 4 , Lange- 
feit, Lambetorp. 




— 12 — 



0 findet sich in: K. Moniberge, Honmberg. Su. Hernes- 
treu 1 , Salmonesberie. De. Honetone 4 , Honesham, Hone- 
cherde. Som. Honspil, Honecote 4 . Gl. Salemones. Ess. 
Monehalä. Wa. Honesberie, Onesberie, Longelei: Yo. Horn l , 
Homptone*, Homtone 1 , Moneuuic, Honepol 4 . 

1 ham, homm. 2 swan. 3 sand. 4 ? hana. 5 hanger. 

§ 3. ä ist als a erhalten, z. B.: 

K. Lavrochesfel x , Bradeburn 2 , Gara*, Stanestede, Stane- 
feile. Su. Grafham 4 , Bradewatre 2 , Stanmere. De. Lame- 
sete*, Lauroehebere 1 , Crawecome*, Halgeivelle 7 , Harestane*, 
Blachegrave 4 , Bradeford 2 . Som. Crawecumbe*, Haretreu*, 
Bradeford 2 . Gl. Actune 9 , Bradewelle 2 , Stanwelle, Sna- 
wesille™, Lecelade 1 *. Ess. Lambwrna*, Aceleiam 9 , Crauue- 
Iceam 9 , Bradefelda 2 , Stanburna, Scortegrauä 4 . Wa. Stanlei. 
Li. Äkeley 9 , Bradelie 2 , Stanuuald, Copelade xx . Yo. Graf- 
tune 4 , Acurde 9 , Aculestorp 9 , Bradeford 2 , Garton 3 , Stcmtone. 

Anm. 1. Ess. Stemtunam. Li. Staintonc, Steintone, Stam- 
felie. Yo. Stainforde, -tont, -cros, -bürg, Steintun, Stemesbi, 
Steweqrlf, Ripestain (neben Ripestan), Rodestein, Tathmm, 
Eureshaitn; Stenwege, Stenforde, Ripe&ten, Oldmgehem, sämtlich 
in Grafschaften, die nördlichem Einfiuss ausgesetzt waren, 
verdanken den vom Ags. abweichenden Laut dem Altn. 
(steinn, heimr). 

Anm. 2. Über äld vgl. § 17b Anm. 

1 läwerce (vgl. K.CD. Laweorcdun). 2 brädan — häufig in 
Namen, vgl. K. CD. 3 gära = triangulär strip of land. vgl. Jell. 
S. 283. 4 gräf = grove (vgl. K.CD. Gräftun). « K.CD. LamseaSas; 
bei Sw. O.E.T. S. 590 unter läm. 6 cräwe = crow. K.CD. Crä- 
wancumb, Som. 7 hälig. 8 här. 9 äc = oak. 10 sntw = snow. 
11 Sweet: geläd = way, course. vgl. Jell. 303. 

§ 4. Ae. ce (Kent. und z. T. mercisch e). 

Es finden sich noch Spuren der traditionellen ae. 
Schreibung, die dem Normannen nicht unbekannt war 
(▼gl. Einl.): 

* IL JUlvetone 1 . De. Mdelstan 2 , Maenelege 3 . Ess. 

jElduluesnasam 4 . 




— 13 — 



Über andere Fälle, in denen ce — hier zur Bezeich- 
nung von [bb] — sich findet, vgl. § 18. cf. auch Anm. 1. 

Gewöhnlich ist das ae. ce durch a wiedergegeben: 

K. Acres*, Hastingelai*, Hashw 1 , Apletone*. Su. Hast- 
inges*, Watlingetone 9 , Aplesharn*, Alvricestone 1 , Brade- 
tvatre 10 . De. Carsewette", TcUebrige i2 , Alfelmestone\ Ahe- 
redescote l , Wennacre 5 , Gatepade 13 . Som. Adelingi 14 , Wacet 1 5 , 
Ascwei w , Olastingberie 1 1 , Alfagestone \ Alvredestone '. Gl. Sa- 
vema™, AlvestoneK Ess. Carseiam 11 , Clauelinga 1 *, Asce™, 
Lalinge 20 , Na&sestoca 2 *, Alferestunam 1 , Alfelmestuna 1 , Mal- 
duna 22 . Wa. Graston 23 , Haselove 7 , Haseleta 1 , Asceshot 1 *, 
Apleford 6 , Alvestone 1 , Witacre h , Witenas 21 . Li. Wade 24 , 
Adelingetone 2 , Watretone 10 , Aplebi*. Yo. Grastona 23 , Wad 24 , 
Wadsande 2 4 , Adelingestorp 2 , Adelengesfluet 2 , Nageltone 2 5 , 
Asch 1 *, Apletune*, Aluestune 1 , Anesacre*, Sosacra*. 

Gelegentlich durch e, z. T. in denselben Namen: 

K. Berlinge 2 *. Som. Escewiche™. Gl. Gersdon 2 *, 
Edelmintone 2 , Escetone**, Nesse 2 *. Ess. Melduna 22 (vgl. o.), 
Wenestedam 21 7 Berlingam 2 *, Nessetocha 21 (vgl. o), Glest- 
ingethorp. Li. Edelmitone 2 . Yo. Gersebroc 23 , Edelesuic 2 , 
Nesse 21 , Nessvinc 21 , Hagenesse 21 , Chilnesse 2i . 

Es liegt kein Grund vor, einen vom Ae. abweichenden 
Lautwert anzunehmen; a wird nur graphisches Zeichen 
für den Laut [se] sein, neben dem gleichwertig e ver- 
wendet wird (vgl. Übersicht). 



1 aelf-. 2 aeoel-. 3 K.C.D. Mamanleäh, De. 4 ? »Sei-. 5 aecer. 
6 vgl. Thorpe, Chr. Haestingas. 7 haesel. 8 aeppel. 9 vgl. Thorpe, 
Chr. Waetiingastraet. 10 -waBter. 11 caörse = Kresse. 12 vgl. K.C.D. 
J>aBlbrycg, Su. Barth, hat Thelbridge, De. 13 ? paeÖ == Pfad. 
" K.C.D. ^Öelinga ige, Som. 15 K.C.D. Waecet, Som. i« aesce = 
Esche. 17 K.C.D. Gliestingabyrig. w Saßfern. * 9 K.C.D. Cliefring, 
Ess. 20 K.C.D. Laölling, Ess. 21 naess = Vorgebirge. 22 Thorpe, 
Chr. MaBlduna (Maldon). 23 ? gaers -= Gras. 24 gewaed = Furt. 

26 naagl. vgl. K.C.D. Naeglesburne, Hants. 26 K.C.D. Baerling, K. 

27 K.C.D. WaBnstede, Ess. 28 Nap. Stev. Baerlingum, Ess. 




— 14 — 



Auffällig ist a in K, wo wir reines e erwarten möchten ; 
es ist wohl nur verständlich durch Annahme einer ws. 
Zwischenstufe: der normannische Schreiber kannte den ws. 
Dialekt und substituierte gelegentlich in Wörtern, die ihm 
bekannt waren, den Laut des fremden Dialektes durch 
den ihm geläufigen, hier durch a?, das er in der Schrift 
mit a wiedergiebt. Vgl. §§ 5, 17b, 23, 24b, 25. 

Anm. 1. Ausser in den oben genannten Fällen be- 
gegnet das Zeichen ce noch in Gl. Clcenhangare ?, uEtone ?, 
Prceston ?, ferner in Yo. Semcer (vgl. § 7, Anm. 3). 

Anm. 2. Wenn in den sudl. Grafschaften das Suffix 
-del, in den nördl. -dal begegnet, so liegt wohl nur im ersten 
Fall dael = vaUey (oder d§ll ?) zu Grunde, während im 
zweiten altn. Einfluss sich geltend gemacht hat (vgl. Jolling- 
haus, Angl. XX, 276). 

§ 5. Ws. cb (kent. angl. £, wenn westgerm. ä; 
auch kent. e, wenn = germ. ai). 

Das traditionelle ae. Zeichen finde ich nicht verwertet. 
An seine Stelle sind die Schreibungen e, a und die spe- 
cifisch französische ai getreten, die bereits den Lautwert 
[q] haben kann (vgl. Übersicht): 

K. Stret 1 , Estret \ Estraites 1 , Estursete 2 , Brensete 2 . 
Su. Stratone l , Estrat \ Lordistret \ De. Estrete \ Meda 3 , 
Hetfeld 4 , Madford 3 . Som. Strafe 1 , Stratone 1 , Stretone 1 , 
Witochesmede 3 , Watelege*. Gl. Stratone 1 . Ess. Strathala 1 , < 
Hadfelda 4 , Wateleam*, Mildemet 3 , Dorsedam 2 , Orsedä 2 . 
Wa. Stratone 1 , Stradforde*, Werlavescote*. Li. Stratone \ 
Straitone\ Yo. Stretun 1 , Stratesergum 1 , Stradford 1 , Medelai 3 , 
Werlafeslei*, Hedfeld 4 . 

Auf ws. Gebiet steht a und e promiscue; man wird 
aus dem Wechsel schliessen können, dass der alte Laut 
[sehr offenes bh] noch erhalten war. 



1 str&t. 2 -s£te. 3 maed. vgl. K.C.D. Maedham, Maedheorh. 
* h&Ö. vgl. K.C.D. HseÖfeld (häufig). & hw&te = Weizen, vgl. 
K.C.D. Hwaetaleah. 6 w£r-. vgl. Sw. O.E.T. 600. 



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— 15 — 



Bei der Durchsichtigkeit der hier aufgeführten Namen 
ist es nicht zu verwundern, wenn die dialekt. Spuren 
ziemlich stark verwischt sind, und wenn Abweichungen 
von der zu erwartenden Form wieder auf westsächs. 
Vermittelung weisen (vgl. § 4). So die Form Estraites in 
K, so auch a aus westgerm. ä auf anglischem Gebiet. 

§ 6. Ae. e (germ. e) ist regelrecht durch e wieder- 
gegeben, z. B.: 

K. Westselve,, Helmestrei 1 . Su. Westbortone. De. De- 
veneberie, Westone. Som. Westberie. Gl. Westberie, Stan- 
wege. Ess. Westunam, Stanewegä, Elmesteda 2 (vgl. Anm. 2). 
Wa. Westone, Elmedone 2 . Li. Westorp, Helmeswelle 1 . Yo. 
Westuic, Helmeswelle 1 , Gedlingesmore*, Stenwege. 

Anm. 1. Für K. Fefresham in Sw. O.E.T. schreibt Domes- 
day Book bereits jf 'aversham. Der schwer erklärliche Wechsel 
von e und a besteht in der Schreibung noch heute. 

Anm. 2. Ess. Almestedam neben Elmestedam ist wohl 
durch altn. Einfluss zu erklären (vgl. Jellingh. S. 280). 



i heim. vgl. .Teil. Angl. XX, 289. 2 elm = Ulme. 3 Getling. 
Sw. O.E.T. 527. 

§ 7. Ae. e (aus germ. a i) = e, z. B.: 
K. Dene 1 , Berewie 2 , Merlea*, Witenemers 4 . Su. Dene x , 
Dentune 1 , Beretuice 2 , Meredone*, Burbece*. De. Fen 1 , 
Dene 1 , Deneord 1 , Engestecote*, Hereford 9 , Chent, Chentes- 
berie, Engleborne, Älerland 3 , Fedaven ,0 . Som. Hengesterich s , 
Netelcumbe xx , Bertune 2 , Engliscome, Mere*, Brentemerse 4 , 
Berrowene 10 . Gl. Hereford 9 , Bertune 2 , Mereuuent U) , Biche- 
merse 4 , Ladeuent 10 , Caroen x ". Ess. Fenne 1 , Herefort 9 , 
Meresai*, Lamers 4 , Bulgeuen 1 ", Baduuen 10 . Wa. Bertone 2 , 
Meretone*, Wilebec*, Bichemerse 12 . Li. Fenbi 7 , Dentone 1 , 
Netelham 1 \ Sechebroc 1 3 , Pincebec 6 , Scirebec 6 . Yo. Fencotes 1 , 
Fentim 1 , Dene 1 , Mersc 4 , Alrebec*, Bertune 2 , Bereuuic 2 , 
Meretone*, Hämelsee 13 , Livresec x *, Ghigogesmerse 4 , Loete- 
mersc 4 . 

Häufig in den Suffixen ~denn\ mere*, stede 14 . 




— 16 — 



Anm. 1. De. Contesberie hat keinen Umlaut und weist 
Verdumpfung des a vor Nasal auf. Eine Form cont- ver- 
zeichnet auch Sw. O.E.T. Glossar S. 467. 

Anm. 2. In Ess. finde ich neben seltenem -dena 1 sehr 
häufig -dana, das ich nicht zu erklären weiss. Waledanä, 
Archesaana, öhelleuedana, Kueriadana, Taidanam, Tippedana, 
La88endana (neben Lassendena) , Menghedana, Ramesdanam, 
Plicedana, Berdane, Deppedanä. Vielleicht gehört hierher 
auch Yo. Bernedan. 

Anm. 3. Auf altn. Einfluss beruht wohl a in mare ib 
(für mere 3 ) und in stade (für stede 14 ): K. Marourde (?). Su. 
Angemare, Langemare. Li. Marcs, Martone. Yo. Marra, Mar- 
tina, Ledemare, Bidemare und so noch häufig als Suffix. 
Beristade, Gagenestad, Wifestad. Einmal Yo. Setncer. 



1 d^nn = den; d?nu = valley. Häufig in Ortsnamen; vgl. 
Jell. S. 277. 2 b^re-wic = hamlet. 8 m^re — lake, pool. Häufig 
in Ortsnamen; vgl. Jell. S. 306. 4 m^risc = marsh; vgl. Jell. 307. 
5 Vgl. K.C.D. Meredun. cf. Note 3. 6 b^ce = brook. ? 
raud, dirt; fen. Vgl. Jell. 281. 8 Hangest. 9 here = army; vgl. 
Sw. O.E.T. S. 536. «> -wente (?). Vgl. Sw. O.E.T. S. 546. « ntfel 
= nettle. Vgl. K.C.D. Netelcumb, Worc, * 2 K.C.D. Bicanmerse, 
Worc. 13 s^cg. m stcda = place; vgl. Jell. 318. « Jell. S. 307: Das 
Domesdaybook schreibt namentlich die Yo.-Namen -mare, sonst 
-mere. 

§ 8. Ae. e (germ. o i) e: 

K. Grerni}. De. Grenowei, Bremerige 1 , Bremelcome 1 . 
Som. Grenedone. Su. Grenestede, Brembre 1 . Ess. Grene- 
steda.. Gl. Grenhamstede. Wa. Greneberge. Li. Grenebi. 
Yo. Greneuuic. 

* Sw. bremel, brembel, brember = bramble (?). Vgl. K.C.D. 
Bremberwudu. 

§ 9. Ae. i ist einerseits dargestellt durch i: 
K. Clive, Winchelesmere 1 , Midelea, Middeltone, Pvria 2 , 
Tuiferde. Su. Fiseborne*, Nitinbreham 4 , Middeltone, Wintre- 
burne*, Bilesham*, Latille 1 . De. Cliford,Wincheleie\ Midel- 
tone, Pidehel*, Cridie*, Filelei 10 , SmideUe 11 , Smitheham". 
Som. Clive, Wincheberie vl , Timbreeumbe 4 , Timbrelund 4 , 
Mideltone, Lidiard 1 3 , Pidecome 8 , Cerdesling 14 , Hustille 7 . 




— 17 — 



Gl. Clive, Wincelcumbe\ Wintreborne*, Hildeslei**, Tuiferde. 
Ess. Cliua, Wincfort* 2 , Middcltunä. Wa. Cliforde, Midel- 
tone, Hildeborde**, Billeslei*, Filingelei**. Li. Fiscartone, 
Wintretune*, Wintringeham 11 , Billesfelt*, Billesbi*, Filinge- 
ham iS , Tuiforde, Billingeburg 19 . Yo. Clive, Fiscuie 3 , Fixc- 
ale 3 , Winchetone 12 , Winchelesuurde 1 , Middeltune, Michel- 
bram 20 , Hildingeslei**, Smidetune 11 , Hertil 7 . 

Suffix: -winc 12 , clif. 

Daneben aber auch durch e, und zwar erscheint diese 
Schreibung neben der Wiedergabe von u durch o (vgl. 
§ 13) als eines der wichtigsteji normannischen Elemente 
in Domesday. Die Schreibung mit e zeigt an, dass das 
engl, i einen vom franz. verschiedenen Klang hatte, der 
dem geschlossenen e sehr nahe stand. Manche e mögen 
jedoch auch auf Rechnung eines benachbarten r zu setzen 
sein : 

K. Perie 2 , Leminges 2 \ Oelingeham 22 , Newecerce 23 . 
De. Pcdehel*, Credie*, Wicerce 23 , Jacobescherche 23 . Som. 
Fescheforde 3 , Peritone 2 , Lediart* 3 , Pedewelle*, Michaelis- 
cerce 23 . Gl. Pulcrecerce 23 . Ess. Perestedam 2 , Smede- 
tunam tl , Sudcercä 23 . Wa. Feiingelei 1 *, Donecerce 23 , Wite- 
cerce 23 . Li. Medeltone 24 , ? Belesbi*, Felingeham 1 *, Bell- 
ingeburg 19 . Gozcberdechercä 23 . Yo. Medeltone 24 , Medelai 2 *, 
Wentrigham 1 7 , Smedetone 1 1 , Westreding 2 5 , Estreding 2 5 , 
Norttreding 2 *. 



i wincel- zur Namenbildung verwendet: Jell. S. 328. 2 pirige 
= pear-tree. Bosworth-Toller: the word is found in local names: 
Pirigtun, Piriforda. 3 fisc; vgl. K.C.D. Fiscesburne, Midd. 4 timber. 
Earle, Chart, u. Doc. 466: Nitimbre, Su. 5 winter; vgl. K.C.D. 
Winterburne. 6 ? bill. 7 tilÖ =- Ernte; vgl. Jell. 322. » Vgl. 
K.C.D. Pidewaellan, Wa. Jell. 309. 9 Nap.-Stev. S. 45: Cridie, De. 
io Vgl. K.C.D. FiletUeah, Som. Sweet: filiÖe = hay. " ? smiÖ. 
12 ? wince. w K.C.D. Lidgeard, Som. ^ ? altn. ling = Haide- 
kraut. ,ö Vgl. K.C.D. Zusammensetzungen mit hild-. t6 Ne. Fill- 
ongley, Wa. 17 zu winter. 18 Ne. Fillingham, Li. ,9 Ne. Billing- 
borough, Li. 20 micel. 2t K.C.D. Liming, K. 22 Ne. Gillingham, K. 
23 ciree. 24 ? middel. 26 altn. })riojungr; vgl. Skeat, Etym. Dict. 



2 




— 18 — 



§ 10. Ae. t ist regelrecht wiedergegeben durch i, 



K. Suinescamp 1 , Dictum 2 , Wicheham 9 . Su. Wiche 9 , 
Wicham 9 . De. Wiche 9 , Sireford 4 , -done, -welle, Hiwis*, 
Chiwartiwis*, Odehiwis*. Som. Suindune 1 , Fifhide, Dices- 
get 2 , Wiche 9 , Hiwis*. Gl. Suintone*, Suirihetve*, Wich 9 , 
Wicfeld 9 , Scireburne 4 , Wiltescire 4 , Pignocsire 4 . Ess. Fif- 
hida, Dicheleiam 2 , Wicham 9 , Wiefort 9 , Ciltedic 2 , Cante- 
brugesira 4 , Herefortscira 4 . Wa. Dicforde 2 , Wich 9 , Seire- 
burne 4 . Li. Suinhamstede*, Die 2 , Wicham 9 , Scirebec. Yo. 
Suintune 1 , Suindene x , Die 2 , Wie 9 , Schirebi 4 , Scireburne 4 , 
Schireslai 4 , Colrid*. 

Häufig im Suffix -wie. 

Anm. 1. Einmal ist zur Wiedergabe des i das sonst 
seltene y verwendet: Li. Hantunescyre 4 . 

Anm. 2. In einigen FäUen ist e geschrieben : K.Colret 1 , 
? Estrede' 1 . Su. Redrebrige*, Redrebruge\ De.Hetvis 5 (vgl. o. 
De. Hiivis), Bolewis 6 , Gohewis 6 , Milchetvis 6 , Langehewis 6 , Mel~ 
eicis 6 , Brochewis 5 . Som. Heiuis b , Radehewis 6 . Li. Burgrede' 1 . 
Diese Erscheinung ist vielleicht daraus zu erklären, dass in 
den angeführten Beispielen bereits Kürzung des i ein- 
getreten war; i wurde alsdann von dem norm. Schreiber 
durch e wiedergegeben (vgl. § 9). 



1 swtn. 2 die. 8 wie. 4 scir. 5 Sweet: hiwisc = hide of 
land. 6 Sw. riÖ = stream, rivulet. 7 Vgl. 6. Jell. 311 führt unter 
rit$ Do. Melrede an. 8 hriöer. ne. Rotherbridge (cf. Parish, The 
Domesday Book of Sussex). Vgl. bei K.C.D. die Entsprechungen 
Hrioerleah = Rotherley, Rföeranfeld = Rotherfleld u. a. 

§ 11. Ae. o ist regelrecht durch o wiedergegeben, 
z. B. in: 

K. Nordeude, Cornelest*, Olecübe 2 , Boltun 9 , Oxenai 4 , 
Gomersham*, Dovre*, Lamport 7 , Werahorne*. Su. Nord- 
borne, Hornelie*, Tornei 9 , Wapingetorne 9 . De. Northam, 
Corneurde*, Forde* l , Orcartone X2 , Tome 9 , Torre 19 , Cotelie t4 , 
Holebeme 2 , Boltesberie 9 , Trendesholt 1 *, Chenetorne 9 . Som. 
Nordperet, Forde, Torne 9 , Torre 19 , Holme™, Holecumbe 2 , 
Dinescove 11 , Portioc 1 *, Langeport 1 . Gl. Nortcote, Horselei 19 , 



z. B.: 




— 19 — 



IToleford 2 , Oxendone 4 , Colne 20 (vgl. Anm. 1), Celfledetorn 9 . 
Ess. Nortuna, Horstedafort 19 , Horninduna s , Thorp 21 , Fross- 
cewella 22 , Ooldhangram, Focsearde 23 , Neuport 7 , Sudfolc. 
Wa, Cornelie 1 , Cotes 14 , Scotescote X4 , Holme 16 , Holebech 2 , 
Holtheim™, Oxetune 4 , Toft 24 , Croft 2 *, Broxholme", Hotoft 24 , 
Hagetorn 9 . Yo. Nortgrave, Normanebi, Cornebi x , Horse- 
forde X9 , Hornebi 6 , Tome 9 , Torp 21 , Otreburne, Cotes 14 , Fox- 

tun 23 , Holme 16 (vgl. Anm. 1), Holedene 2 , Bodele 3 , Oxene- 

clif 4 , Catefos 26 , Egeseop 27 , Toredholme 1 *, Erlesholt**, Niwe- 

bolt 3 , Langetovet 24 , Siglestorne 9 . 

Häufig in den Suffixen -ford (vgl. Anm. 2), cote 14 , 

torp 21 (in Li. und Yo.). 

Anm. 1. Für zu erwartendes o steht u in: K. Fulche- 
stan 2 *. GL Culne neben Colne. Li. Fulchingeham 29 neben 
Folchingeham. Yo. Fulcheton 30 , Hulme 16 neben Holme. Da der 
Normanne für u häufig o setzte (vgl. § 13), so liegt vielleicht 
umgekehrte Schreibung vor. 

Anm. 2. Über -ferde, -kerne, -Herne vgl. § 15. 

1 corn = grain. 2 hol = hollow. vgl. K. CD. Holancumb, 
Dors. 3 ? bold, botl = dwelling. 4 oxa = ox. vgl. K.C.D. Oxnai 
eä = Oxnei, K. 6 Vgl. K.C.D. Godmaeresham, K. 6 K.C.D. Doferan. 
7 port- aus dem Roman, vgl. Jell. Angl. XX, 310. 8 horn. Jell. 
Angl. XX, 294. 9 öorn. 11 ford = Furt. i 2 ortgeard. ™ tor 
(gälisch) = schroffer Fels. vgl. Jell. Angl. XX, 324. m co t = 
cottage, house. 15 holt = wood. 16 holm — island in river. Jell. 
Angl. XX, 292. « cofa = Chamber. Jell. Angl. XX, 301. w loca 
= enclosed place. 19 hors. vgl. K.C.D. Horsleäh. 20 Ne. Coln, 
river, Glouc. 2 t öbrp. 22 forsc = frog. 23 fox. 24 toft. vgl. Jell. 
Angl. XX, 324. 25 croft = small, enclosed field. Jell. Angl. XX, 
302. 26 altn. fors, foss = Wasserfall. Jell. Angl. XX, 283. 27 copp 
= summit. 28 folc. vgl. K.C.D. Folcesstan, K., ne. Folkstone. 

29 Ne. Folkingham, Li., daneben auch die Schreibung Falkingham. 

30 Ne. Folkton. 

§ 12. Ae. 6 — o, z. B.: 

K. Ora\ Poltone 2 , Bocheland 3 , Goslaches 4 , Obtrepole 2 . 
Su. Morleia*, Poleberge 2 , Bocheham 3 , Icenore 1 . De. More : % 
Morlei*, Pole 2 , Bocheland 3 , Bochetuis 3 , Stodlei*, Stotberie*, 
Oosewelle 4 , Blachepole 2 , Lochesora Sora. Hope 7 , Mortone*, 



f 

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— 20 — 

Bocheland 5 l , Frome 6 , Bode 9 , Chetenore\ Gl. Mortune*, 



Bochelande 3 , Bicanofre 10 , Etherope 7 . Ess. Mortunam*, m 
? Orsedam*. Polheia 2 , Estolleiam*, Bodam 9 . Wa. Mortone*, 

Stodlei*. Li. Stou xx , Morebi*, Wellingovre™, Scheldinc- ere 

hope 7 , Claipol 2 . Yo. Hoptone 7 , Morhusum*, Poltun 2 , Boche- %l 

ton 3 , Stodfald*, Stollai*, Bodum 9 , Hulsingovre 10 , Mide- ^ 

hope 7 , Hanepol 2 , Landemot 12 . Tog 

0 häufig in den Suffixen -more und -broc. oir 

1 öra = bank, shore; vgl. K.C.D. Oran. 2 pol = pool. 3 böc. 

4 gös. 5 mör. 6 stöd = stud, herd of horses. 7 böp; vgl. Jell. 294. ani 

8 Bosworth-Toller: Fröm, Som. 9 röd = Stange, Säule; vgl. Jell. hr 

312. 10 öfer. 11 stow = place. « ? möt = Grenze; vgl. Jell. 308. ]\ 0 \ 



§ 13. Ae. u wird sowohl durch u als durch o wieder- 
gegeben. Die Schreibung o ist normannische Eigenart. 
'In Early Norman French o in many words had a sound 
between close [o] and [u], and as u represented the sound 
[y] as well as [u] in French, it was found convenient to 
use o for the sound [u], especially in combination with 
such letters as w, m, u (=v) where u would cause graphic 
confusion; also before Single consonants followed by a 
voweF. Sweet, New Engl. Grammar § 775. 

Beispiele mit u: K. Summer dene 1 , Burwarmaresc 2 , 
Burnes 3 , Nunniberg 4 , Cumbe*. Su. Sümerleg*, Burgeham*, 
Bwgemere*, Burbece*, Burgelstaltone*, Burne 9 , Cumbe*. 
De. Burietescome*, Culmestoche 7 , Burne 3 , Butreforde 8 , 
Cumbe*, Cume*. Som. Sumertone\ Tunertone 9 , Burgherist*, 
Burnetone 3 , Brune 10 , Cungresberie 11 , Cume*, Cumbe*. Gl. 



Dudestan 13 , Turchedene 14 . Ess. Nutlea xh , Thunredau 9 , \ 

Burghestedam*, Burneham 3 , Udeham**, Banhunta 17 , Toles- g 

hunta 17 , Druurecurt™. Wa. Burlei*, Cedeleshunte 17 . Li. ^ 
Fugelestou* 9 , Summercotes\ Burch*, Burgelai*, Burgrede*, 

Burtune*, Brune 10 , Lund 20 , Hundintone, Turgrimbi 12 , r 
Turulfbi 12 , Turoldvebi 12 , Stubetune 21 , Timbrelund 20 . Yo. 

Burg*, Burtune*, Burghelai*, Burghedurum*, Brune 10 , ^ 



Nunnigetune 4 , Turchilebi 1 2 , Turulfestorp 1 2 , Turoldesbi 1 2 , 
Cffbreworde 22 . 



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— 21 — 



u ferner in den Suffixen -bürg 9 , -bwrne 3 und cübe, 
cume \ 

Beispiele mit o: K. Notestede 23 , Borwart*, Borche- 
rneres*, Borham 24 , Borcstele 25 , Borchetelle 2 *, Brochestele 2 *, 
Coclestane 2 *, Borne 3 , Monocstune 2 7 , Lolingestone 2 8 . Su. 
Borne 3 , Nonneminstre 29 , Lolinminstre 2 *. De. Notone™, 
Wodeberie 1 *, Monuchemtone 21 , Colum 30 , Botre forde*, Come*. 
Som. Monechetone 2 1 , Loligtone 2S , Lolochesberie 32 , Torla- 
berie 1 *, Congresberie 11 , Come*. Gl. Dodestan 13 . Ess. Ode- 
kam 1 *, Lochintunam 31 . Wa. Bortone*, Torlavestone* 2 . Li. 
Bortune*, Hondintone, Torgrembi l8 > Torulf bi 12 , Toruluesbi* 2 , 
Stobetune 2 *. Yo. Notele xh , Notone 1 *, Bore*, Borchescire*, 
Borctwne*, Bortone*, Wodehuse 1 *, Nonnemc 29 , Nonning- 
tune 4 , Monechetone 21 , Monucheton 27 , Lont 20 , Torchilebi 12 , 
Torgrimestorp 12 , Toredholme 12 , Toredderebi 12 , Toruelestorp 12 , 
Toroldesbi 12 , Tormojbi™, Cöbreworde 22 . 

Ferner im Suffix -borg*: De. Sedeborge. Li. Brase- 
borg, Sudborc. Yo. Qighesborc, Bigheborg; -borne 3 in K. 
De. Su. Gl. Wa. Yo.; und -come* in De. Som. Su. Gl. 

Anm. 1. Unerklärt finde ich in Su. Salmonesbetie. Gl. 
Salemones, Salemanesberie (K.C.D. Swlmonnesburg, GL; ebenso 
Sw. O.E.T. 553). De. Modescame zu -cumbe ?. 

Anm. 2. Das Suffix -bürg, ev. -borg treffe ich fast aus- 
schliesslich in nördlichen Grafschaften an; im Süden steht 
-berü (vgl. § 15). 



1 sumor. 2 K.C.D. Burwaramersc. 3 burne. K.C.D. Burne, K. 
4 ? nunne. 5 cumb = Valley (Celtic). 6 bürg. 7 K.C.D. Culumstoc 
= Culmstock, De. 8 vgl. K.C.D. Butermere, Buterwyel. 9 vgl. 
K.C.D. {mnresfeld, Jmnresleäh. io ? V gl. 3. " vgl. K.C.D. Cun- 
garesbyrig = Congresbury, Som. 12 Stamm fmr; vgl. Hruschka 
II, 24. 13 vgl. K.C.D. Duddanstan, Worc. " Sw.O.E.T. 553: Turca- 
denu. 15 hnutu; vgl. Nap.-Stev. S. 125: Hnutlea, Ess. 16 wudu. 
17 ? hunt — Abkürzung von huntoÖ = Jagd. JeU. 295. 18 ? curt, 
romanisch. 19 fugol. 20 dän. lundr. = Lustwäldchen. JeU. 306. 
* stub = Baumstumpf. Jell. 321. 22 vgl. K.C.D. Cumbranweorö", 
Worc. Ne. Cumberworth,Yo. *s K.C.D. Hnutstede; vgl. 15. 24 K.C.D. 
Burhham, K. 25 Sw. burg-steall = city. * ? K.C.D. Cucolanstan. 
27 munuc. 28 vgl. K.C.D. Lullingmynster, Su. 29 nunne. 30 K.C.D. 
Culum, De. si K.C.D. Lukintun, Ess. & ? Lulluc; Sw. O.E.T. 554. 



r 




— 22 — 



§ 14. Ae. ü wird u und, namentlich vor Nasalen, o 
geschrieben. 

u: K. Plumstede 1 , Tunestelle 2 , Dunehamfort*, Dunames- 
fort 3 , Esturai*, Estursete*, Sudfleta. Su. Sudtone. De. 
Plumtrei 5 , Dune 3 , Dunesford 15 , Dunestanestone 3 , Sudtone, 
Porlemute 6 , Alsemude 6 , Sedemude 6 . Som. Hu/nlavintone 1 , 
Dunehefde 3 , Sudperet. Gl. Hunlafesed 1 , Kulege*, Dune- 
sta?i z , Uptun 9 , Sudlege. Ess. Plumtunam 10 , Plumberga 10 , 
Fulepet 11 , Düna*, Upham 9 , Upmonsträ 9 , Sudmunstram. 
Wa. Oudulvestan 12 , Fulebroc 11 , Sutone. Li. Tunbi 13 , 
Fulebec 11 , Dunestune 15 , Dunesbi 15 , Dunetorp 3 , Duneham*, 
Sudtorp. Yo. Tunestalle 2 , Fuleforde 11 , Cuford*, Dune 3 , 
Dunesforde 1 6 , Guduualestorp 1 4 , Oudlagesarc 1 4 , Upsale 9 , 
Sutheuuic. 

Suffix -dune 9 , -tune 13 (vgl. Anm.). 

o (norm. Schreibung): K. Donamesford 3 . De. Done z , 
Donesland 15 , Donestanestone 3 . Som.Doneham 3 ,Donescübe 15 . 
Gl. Optun 9 . Ess. Donam z . Wa. Donecerce 3 . Li. Tone- 
stale 2 , Tonestele 2 . Yo. Tonnestale 2 , Foleforde 11 , Done- 
forde 3 , Donecastre 3 , Opsala 9 . 

Suffix -done 3 , -tone lz (vgl. Anm.). 

Anm. De. und Wa. bevorzugen auffallend o, wie sich 
aus der Durchsicht der Suffixe -dune und -tune ergiebt, Ess. 
dagegen hat nur -dune (ausgenommen Meldonam) und -tune. 
Wir haben es hier wohl mit Eigenarten verschiedener 
Schreiber zu thun. 



1 plüm. K.C.D. Plumstede, K. 2 Sweet: tünsteall = farm- 
stead (?). 3 dün = hill, mountain. 3 K.C.D. Stur = Stour river, K. 
5 vgl. Sw. O.E.T. 636: plüm-treu. 6 m ftö\ ? hün; vgl. Sw. O.E.T. 
635. 8 cü = cow. 9 üp, Praeposition. 10 plüm. 11 fül = foul; 
vgl. B.C.S. II 77 'ad sordidum vadum'. 12 c fä ; vg i. O.E.T.634. 
« tun. 14 gütJ = Kampf. ^ ? dün. . 

§ 15. Ws. festes y (kent. e) ist in den südlichen 
Gegenden, seinem Lautwert entsprechend, vereinzelt u [ü] 
geschrieben in norm. Art: 

Su. Eedrebruge 1 neben Bedrebrige. Som. Mulle 2 , 
? Brugic 3 , ? Bruche ford 3 (vgl. unten Brigeford), Alsebruge 3 , 




— 23 — 



Heslinbruge 9 . Ess. Phenbruge 9 , Hobruge 9 , Stanbruge 9 , 
Faribruge*, Sudmunstra 5 , Upmunstre 5 (vgl. Anm.). 

Im allgemeinen ist das ae. y durch i wiedergegeben, 
z. .T. wohl seinem jeweiligen Lautwert entsprechend (im 
Me. wurde y in den anglischen Dialekten entrundet): 

K. Brige 9 , Suffix -brige 9 , z. B. Estbrige 9 . Su. Bedre- 
brige 1 , Nonneminstre 5 . De. Hille 7 , Brige 9 , Brigeford 9 , 
Suffix -hille 7 , Cadebirie 10 , Motbilie 11 , Suffix -brige*, 
Walderige 12 , Colrige 12 etc., Esseminstre 5 , Lovapit 19 . Som. 
Hille 7 , Brigeford 9 , Chilvetune 1 *, Mileburne 15 , Aissebrige 9 , 
Hesterige 12 , Malrige 12 , Pennarminstre 6 . Gl. Hilla 16 , 
Hvrslege 17 , Suffix -brige 9 , -hille 7 . Ess. ? Bricceia 9 , Suffix 
-birig 6 , Cubrigeam 9 . Wa. Hille 7 , Suffix -AiZZe. Li. Hille 7 , 
Brigelai 9 , Suffix -brige 9 . Yo. Hiltone 7 , ? Mileburg 15 , ? Mile- 
ford ls , Thirne 16 , Tirnum 16 , Tirneslavve 16 , Wirtleie 19 , 
Suffix -hille 7 , Hagebrige 9 . 

e für j/ finde ich hauptsächlich, doch nicht aus- 
schliesslich, in solchen Fällen, in denen sich r-Einfluss 
geltend machen konnte (z.T. wohl auch e für [i]; vgl. § 9): 

K. Herste 20 , Tuiferde 21 , Meletune 22 (kent, e), Suffix 
-helle 7 , -berie 6 , Hanehest 29 . Su. Herst 2 *, Berie 11 , Peteorde 2 *, 
Titeherste 2 *, Suffix -berie 6 , -helle 7 . De. Hele 7 , Herstanhaia 2 *, 
Berie 6 , Meleberie 2 , Meieford 2 , Suffix -berie 6 , -bere 6 , 
Lanchers 2 *, Suffix -helle 7 . Som. Hele 7 , Melleburne 15 , Mele- 
corne 2 ; -berie 6 , -bere 6 . Gl. Hersefeld 26 , Hersecome 26 , Tui- 
ferde 21 , Suffix -berie 6 , -helle 7 , Sanher 27 , Derhest 29 . Ess. 
Hersham 2 *, Wibrictesherna 29 , Bebenhers 27 , Fulepet 90 , 
Wigghepet 19 , Suffix -helle 7 . Wa. Melecote 2 , Suffix -helle 7 , 
-berie 6 . Li. Ternescrou 16 , Suffix -berie 6 . Yo. -berie 6 , -helle 7 . 

Die traditionelle ae. Schreibung finde ich in Ess. in 
dem Suffix -byria 6 und in Li. Hylle 7 neben iKZZe. 

Seltsam ist die Schreibung ie in: 

De. Hiele 7 (neben Hille, Hele). Li. Aswardetierne 19 . 
Yo. Tiernum 19 , Tiernebi 19 , Stopeltierne 19 ; die Schreibung 
et in Gl. Heile 7 . Es liegt hier wohl umgekehrte Schreibung 
vor. te, ei waren im Norm, in gewissen Fällen schon zu 




— 24 — 



e geworden (vgl. Hildebr. 358), für engl, i — in norm. 
Auffassung e — konnte dann ie, ei in sekundärer Geltung 
verwendet werden. 

Anm. Ess. Upmonstra neben Upmunstre [ü?] ist wohl 
latinisierend. 

1 -brycg. Parish, Domesday Book of Sussex: Redrebruge = 
ne. Rotherbridge, Su. ; vgl. § 10, 8. 2 mylen = mill. 8 brycg. 
4 K.C.D. Fanbruge = Fambridge, Ess. 5 mynster. 6 byrig. 7 hyU. 
8 Ne. Bridge, K. 9 Ne. Eastbridge, K. 10 byrig. Ne. Cadbury, De. 
11 byrig; zu MotbiJie vgl. § 29. 12 ryC g. 13 py tt. w K.C.D. Cyl- 
fantun, Som. 16 mylen; vgl. K.C.D. Mylenburne. * 6 Barth. Hill, Gl. 
17 K.C.D. Hyrsleäh, Berks, Wilts. = Horsley. Barth, verzeichnet 
Horsley, Gl. 18 pyrne (zu ]?orn) = thorn-bush. 19 ? wyrt = vege- 
table, plant. 20 hyrst. Ne. Hurst, K. 21 ygL K.C.D. Twyfyrd, 
Som. zu ford. 22 m yi en . K.C.D. Mylen-Melentun, K. 23 ß.C.S. 
harn hyrste, K. 24 hyrst. 25 K.C.D. Pytanwyrtte, Su. 26 Vgl. 17. 
27 hyrst; vgl. § 36. 28 hyrst; vgl. § 29. 29 hyrne zu horn. so pyt t. 
K.C.D. Fulanpet, Ess. 

§ 16. p begegnet in K. Erhede (K.C.D. Earhyö. h#ö 
= landing place); ferner in dem Suffix -bi (altn.) in den 
Grafschaften Li. und Yo., das auch gelegentlich by ge- 
schrieben wird. 

§ 17, Ws. ea\ 

a) entstanden durch Brechung vor r -h cons. (ws. ea 
= kent. ea - angl. a neben ea, letzteres namentlich in 
spätae. Zeit). 

Den Diphthong ea finde ich nur ein einziges Mal ge- 
schrieben in Ess. Focsearde, sonst steht a und e promiscue: 

a: K. Arclei 1 . Su. Harditone 2 . Som. Harpetreu 3 , 
Hardintone 2 , Lidiard*. Ess. Archesdana 1 . Wa. Hardintone 2 . 
Li. Arduluetorp 5 , Barnetorp 1 , Bardenai 6 , Hardetorp 2 , 
Marchebi' 1 , Archintone 1 . Yo. Arneclif 6 , Arnestorp 8 , Ardul- 
festorp 5 , Farneham 9 , Barneburg 1 , Scarpenbec 10 , Hardinc- 
tone 2 , Ardmc 2 , Mardelai 1 , Archedene 1 . 

e: K. Gert 11 , Ernulfitone 9 , Erclei 1 , De. Femehelle*, 
Berdestapla 12 , Landesher g lz . Som. Erneshele 9 , Herpetreu*, 
Berve 1 *, Mercesberie 7 . Gl. Fernecote 9 . Ess. Mercheshalam 7 . 




— 25 — 



Wa. Ferneberge 9 , Fernecumbe 9 , Berdingeberie 15 . Li. Herpes- 
welle*, ? Herdetorp 2 . Yo. Ernecliue 9 , Erneforde 9 , Ernul- 
festorp 6 , Fernelai 9 , Fernehil 9 , Merdelai 1 (vgl. o.), Merche- 
feld 7 , Adevverca 16 . 

Man wird daraus schliessen können, dass der Diphthong 
nicht mehr existierte oder zum mindesten im Untergehen 
begriffen war. Wenn man bedenkt, dass ae. ce durch a 
und e dargestellt wird, kann man wohl annehmen, dass 
der Lautwert des alten Diphthongen etwa == [se] war. 

1 ? 2 zu beard. 8 hearp? 4 geard. 5 Searle verzeichnet ein 
Eardwulf. 6 Thorpe, Chronicle: BearÖan eg, Li. 7 mearc. 8 earn. 
9 fearn. 10 scearp. « K.C.D. Ceart, K. 12 Nap. Stev. S. 79: Beardan 
stapol. 13 -hearh. 14 bearwe (Dat.). 16 vgl. K.C.D. Beardingaleäh, 
K. 16 ? W earc. vgl. Jell. Angl. XX, 327. 

b) Entstanden durch Brechung vor l -f- cons. (ws. kent. 
ea — angl. a, ä vor Id). In der Regel findet sich dafür a: 

K. Hallinges 1 , Saiteode 2 , Walt 9 , Aldintone*, Sibertes- 
wald. Su. Halestede 5 , Waltham 9 , Äldingeborne* . De. Hale- 
treu 5 , Walderige, Calvelie 6 , Cressewalde, DunestaP. Som. 
Baitimesberge 9 , Caldecote 9 , Aldvie*. Gl. Hallinge 10 , Calde- 
cote 9 , Aldelande*, Aldeberie*, Aldeforde*. Ess. Halstede 5 , 
Hallingeberiam, Scaldefort 11 , Walefaram 12 , Waldham 9 , Aide- 
ham*. Wa. Calvestone 6 , Caldecote 9 . Li. Waldingurde*, 
Alchebarge 19 , Calchewelle 1 *, Stigeswald 9 , Stanwald 9 , Tone- 
stale 7 . Yo. Saltemersc 15 , Scalchebi 16 , Escalchedene 16 , Wal- 
eheton 12 , Walchingham 12 , Alcheslei 19 , Calvetone 6 , Caldewelle 9 , 
Caldecotes 9 , Aldeburne*, -feld, -clif, Aldingham*, Eisicewalt 9 , 
TunestaP, Tru^staP. 

Ferner im Suffix -hal 5 , hale 5 . 

Vereinzelt steht e in: 

K. Borcstele 1 , Tunestelle 7 , Popeselle 5 (neben Popessalle). 
Gl. ? Elchestane 19 . Ess. Esceldeforde 11 (neben Scaldefort, 
s. o.), Cishella 5 . Aber auch in Li. Tonestele 1 (neben Tone- 
stale). Yo. Tatesella 5 (neben Tateshalla). 

Wo ea zu erwarten, steht in den meisten Fällen a, 
selten e. Lautwert wohl [se]. Vgl. § 17 a. 



2* 




Auf angl. Gebiet stejit normaler Weise a. e hier ist 
wohl nur zu erklären durch Annahme einer ws. Zwischen- 
stufe (vgl. § 4). 

Anm. Das a der Lautgruppe 'ald' erscheint bereits ver- 
dunipft in K. Oldeham (zu weald; ne. Wouldham) und Ilamoide 
(ne. Hamwolde). Wahrscheinlich gehören hierher auch K. 
Colret (zu ceald; ne. Coldred), Gl. Bricstvoldes und Yo. Cotdrid. 



* K.C.D. Heallingwara mearc, K. 2 K.C.D. Sealtwudu, K. 
3 weald. 4 eald. * heall. 6 cealf ; vgl. K.C.D. Chealfa leäh. ? steall. 
8 beald-, » ceald. 10 K.C.D. HeaUingas, Worc. « K.C.D. Scealde- 
ford, Ese. 12 wealh. ® ealh? 14 cealc. K.C.D. Cealcweaüas, Gl, 
15 K.C.D. Sealtanmere, Worc. 16 scealc; vgl. K.C.D. Scealcesburne, 
Scealceshom. 

c) entstanden . durch Brechung vor h (angl. ce). Ich 
habe nyr wenige Beispiele und zwar auf anglischem Gebiet 
gefunden, wo ce zu erwarten ist: 

Li. Saxebi. Yo. Saxtun, Saxhalla, Claxtorp. 

Zu der Schreibung a für vgl. § 4. 

§ 18. Ws. eä, entstanden aus ce -+- Palatalvorschlag 
(ws. ea north, ea, cp = merc. e — kent. e). Spätws. 
jedoch durch zweite Palataleinwirkung e. 

K. Rovecestre 1 . De. Execestre 1 , Wrdiete 2 . Som. öiveZ- 
cestre 1 , Lamieta 2 , Widiete 2 , Atigete 2 , Meriet 2 , Doniet 2 , 
Dicesget 2 . Gl. Giete 2 ,Wigheiete 2 , Modiet 2 , Re$piget 2 ,Wide- 
cestre 1 , Cireeestre 1 , Udecestre 1 , Frowecestre 1 , ObuuecestreK 
Ess. Cestrefordam 1 , Effecestre 1 , Colecestre 1 , Colecastre 1 . 
Wa. Cestreton 1 . Li. Castre 1 , Horneeastre. Yo. Castretuna 1 , 
Loncastre 1 , Tatecastre 1 , Hennecastre 1 , Donecastre 1 , Acastra 1 , 
Chercaloncastre 1 , Ribelcastre, Caverleia*. 

Wir finden . normaler Weise in K. e, auf ws. Gebiet e, 
im Norden a für ce (norm. Schreibung; vgl. § 4). 



1 ws. ceaster = north, caester (ceaster) = merc. kent. cester. 
2 ws. geat = north, gaet (geat) = merc. kent. get. 3 K.C.D. Cea- 
forleah. 




— 27 — 



§ 19. Ae. ea .ist in der Regel wiedergegeben durch e, 
sporadisch durch ce: ' 

K. Estwelle 1 , Estbrige 1 , Erhede*, Caleheve*, Mache- 
hevet*. Su. Estone 1 . De. Benedone*, Heriberte 5 , Holebeme*, 
Lamesete*, Mammeheve*. Som. Esthain l , Estone 1 , Edmundes- 
wor de 1 , Edwinetone 1 , J)unehefde s ,Cantocheheve*. Gl. Estone 1 , 
Esfbroc 1 , Eduuardestori 1 , Suinheve*. Ess. Estorp 1 , Est- 
uudam 1 , Benflet*, Edburgetunam 1 , Henies 9 , Brocchesheuot 3 , 
Wa. Estleia 1 , Edricestone 1 , Edburberie 1 , Wilebene*. Li. 
Estone 1 , Estorp 1 , JEstorp 1 , Holeben*. Yo. Estone 1 , Estorp 1 , 
fistreding 1 , JEstreding x , ? ^Estane^bi^, Eduuardestorp 7 , 
Edmundrebia 1 . 

Lautwert offenbar 

Folgende Fälle mit a (Kürzungsresultat?) gehören 
wohl gleichfalls hierher: 

De. Hanberie 5 (vgl. o. Henberie), Badewei 10 , Bade- 
clive 11 . Som. Badeflot 12 . Ess. Hanies 9 (vgl. o. Henies). 

? Aderestonei. Li. ? Adredebt 1 

Gesondert führe ich die Ortbezeichnung ae. 'löah' auf: 
K. Lee. De. Lei; Lege, Leige, Liege. Som. Le#e. Gl. 
Lega. Ess. Legam, Leam. Li. Lea. Yo. Lea. — Als Suffix 
finde ich das Wort in der Form: -le, -lea, -leam (einmal 
Ess. Crawelceam), -lei, -Ida, -lai, -laia, -lie, -lege und -läge. 

Die Formen mit g gehen wahrscheinlich auf den Dat. 
leage zurück, die Formen ohne g auf Dat. lea (vgl. Siev. 
Gramm. 3 § 255 4 u. Anm. 3). — ea ist wohl kein Diph- 
thong, sondern ea zu sprechen (mit latein. Endung). Als- 
dann deuten die Schreibungen e, ee, ei, ai, ie sämtlich auf 

1 east. 2 ear = Ähre. 8 heafod. 4 beam. vgl. B.T. Beamdun, 
Beandun, De. 5 Sw. O.E.T. 612 Heanbyrig. 6 Sw. seaÖ = pit, 
cistern; pond, lake. vgl. K.O.D. Lämseaftas. 7 ead-. 8 vgl. B.T. 
Beamfleot, Ess. 9 ? hean-. vgl. 5. 10 vgl. K.C.D. Reädanweg, 
Worc. read = rot. 11 vgl. K.O.D. Reädanclif. « vgl. K.C.D. Reädan- 
flöd. In B.C.S. II, 354 finde ich readän ford, Som.; II, 416 radan 
forde, Som.; in B.O.S. II, 76 in einer lat. Urkunde 4 in rubro vado'. 
13 B.T. Gleaw-ceaster, Glewcsester, Glöucester. 14 vgl. K.O.D- 
Swinesheäfod = Swinshead, Li. 



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monophthongische Aussprache (vgl. Übersicht); in läge ist 



Anm. 1. ea vor w zu o in Glouuecestre 13 . Eine derartige 
englische Entwickelung ist wohl für 1086 noch nicht an- 
zunehmen, vielmehr wird das o franz. Darstellung eines 
aw (aus <iaw) vor Konsonanten sein (so Westphal, Engl. 
Ortsnamen im Afrz. § 17 II). 

Anm. 2. Gl. Sineshovedes 14 ist wohl ein Schreibfehler 
für Sineshevodeä. 

§ 20. Ae. eo: 

a) Entstanden durch Brechung vor r + Konsonant. 
Hierfür finde ich stets e: 

K. Berchvelle 1 , Cerletone 2 . Su. Berneham*, Bertred- 
tone*, Bercham 1 , Berchelie\ Bercheham 1 , Cerletone 2 . De. 
Bernardesmore 5 , Cherletone 2 . Som. Berchelei 1 , Cerletone 2 , 
Cerlecume 2 . Gl. Herdeuuic 6 , Berneuude z ,Cernei 1 , Berchelai 1 , 
Cerletone 2 . Ess. Bernestunam*, Bercolt 1 . Wa. ? Herde- 
berge, Herdewiche 6 , Bernhangre 3 , Bertanestone, Berminge- 
ham 6 , Berchewelle 1 , Cerlecote 2 . Li. Bernulfbi*, Bernodebi 9 , 
Bercheham 1 , Berchetorp 1 . Yo. Bernulf emuic* , Bernebi 9 , 
Berneburg 3 , Bernodebi 9 , Berguluesbi, Berretseige 10 , Berch 1 , 
Berg 11 , Bergetorp 11 . 

Das Suffix -beorg erscheint stets als -berg(e) n . 

Die Gruppe w + eo begegnet als wo, wu in De. Som. 
Wörde; häufig in dem Suffix -worde, -wurde (zu weorpig, 
strengws. worpig, spätws. wurpig; vgl. Siev. § 72). 

Anm. 1. De. Brictricestone 12 . Gl. Bridvoldesberg 12 . Ess. 
Brictriceseia 12 zeigen Metathese des r und Erhöhung des e zu i, 

Anm. 2. Li. Carlebi, Carletone, Carltorp; Yo. Carletona, 
Carle8more stehen unter altn. Einüuss. 

b) Entstanden aus germ. e (i) unter Einwirkung eines 
u der folgenden Silbe: nur einmal ist der Diphthong eo 
geschrieben in Som. Seovenamentone, sonst findet sich stets e: 

Som. Evrecrij 1 *, Sevenehantune. Gl. Beurestane 1 *, 
Serenhamtone. Ess. Eurewic 1 *. Yo. Bevrelie 1 *, Eurebi 13 , 
Evrelai 1 *. 



vielleicht Kürzung eingetreten. 



ff Ja 




— 29 — 



Auch in: K. Benedestede 15 . Ess. Benetleiam 15 , Bened- 
f elda,m 1B . Yo. Benedleia 15 steht e für eo. 

1 "beorc = birch. vgl. K.C.D. Beorcham. 2 ceorl. K.C.D 
Ceorlatun, häufig. 8 ? beorn. 4 Beorhtred. 5 Beornheard. 6 V gi. 
K.C.D. Heordewic, Wa. 7 K.C.D. Ceornei, Berks. 8 Beormingas. 
9 Beornoth. 10 Beorhtred. 11 beorg. 12 briht für berht, beorht. 

™ eofor. w beofor. « beonet = Binse, vgl. Jell. 269. K.C.D. 

Beonotleah, häufig. 

§ 21. Ws. eo entstanden durch Palatalvorschlag von 
e vor o. Der Palatalvorschlag ist nicht geschrieben, also: 

K. Scortebroc. Su. Biseopestone, Soreham. Som. Bis- 
copeston, Biscopewrde. Ess. Scortegrauä, Sortegrauam. Wa. 

Biscopesberie. Li. Biscopetorp. Yo. Biscopham. 

t.-o 

§ 22. Ws. eo ist überwiegend durch e wiedergegeben: 
K. Prestetun 1 , Fletes 2 , Sudfleta 2 . Su. Prestetune 1 , 
Celrestvis*. De. Celvertesberie*, Depeforde*. Sora. Tfed- 
more 5 , Prestetone 2 , Derlege 6 . Gl. Tedboldestun 1 , ? Tebristm* 1 , 
? Tedechesberie 1 ? Tedeham' 1 , Fresteberie 2 , Celflede*, Cel- 
fledetorn*, Derhest*. Ess. Celmeresforda*, Derleia 6 , Hac- 
■ßet 2 , Benflet*. Wa. Prestetone 2 , Celboldestone 9 , Celverde- 
stoehe*. Li. ?Tedulfbi' 1 , ? Tedintone n , Depinge 10 ,Wemflet 2 , 
Yo. We£wan#Aam u , Prestetune 2 , Prestelei 2 , Depedale*, 
Fleteham 2 , Strenshale 12 , Steflingefled 2 , Lugufled 2 , Totfled 2 . 
Doch findet sich auch die Schreibung eo: 
Gl. ? Teodechesberie' 1 , ? Teodeham 1 \ Ceolflede 3 , Celfleode 2 . 
Li. J7eo£ 2 . 

Der Laut eo ist drittens wiedergegeben durch we, w 
(nach Morsbach, Me. Gramm. § 16, anglonorm. Schreibung 
für e): 

K. Norfluet 18 . De. J?7weta, Flutes 2 . Yo. .AdeZew- 
gesfluet*. 

* preost-. K.C.D. Preostantün, K. 2 fleoi. 3 ? C eol- 4. dgop. 
vgl. K.C.D. Deöpanford, Som. 5 K.C.D. Weodmor, Som. 6 deor. 
Tgl. K.O.D. Deorleäh. 7 ? )?eod- » B.T. Beamfleot, Ess. 9 vgl. 
K.C.D. Ceolbaldinctün, Hants. 10 zu deop. 11 weod. vgl. 5. 12 Sw. 
O.S.T. 621 Streonjes-halch. 13 fleot. Ne. Northfleet. 



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— 30 — 



Anm. 1. eo kommt noch vor in Gl. Freolintune. Wa. 
Beoshelle, Li. Heodebi neben tledebi — NameD, über deren 
etymologische Grundlage ich nichts weiss. 

Anm. 2. ue finde ich noch in Su. Luet (?); Gl. Hues- 
berie (?). 

§ 23. Ws. ie als i-Umlaut von ea, eo (ausserws. meist e). 
Die Schreibung ie ist nicht mehr verwertet. Dafijr 
steht : 

e: K. Welle 1 , Merseham*, Werde 3 . De. Welle 1 , Welle- 
come 1 , Chetelescote*. Som. Welle 1 , Welletone 1 , Cellepvert*, 
Chaivert*. Gl. Welleford 1 . Ess. Wellam 1 . Wa. Welei 1 . 
Li. Huuelle 1 , Welle 1 , Chetelbi\ Yo. Welle 1 , Welleberge 1 , 
Chetelewelle*, Chetelestorp*. 

-welle 1 sehr häufig als Suffix in allen Grafschaften. 

i: K. Wilderte 1 . De. Witte 1 , Willedene 1 , Willelande 1 . 
Som. Willetone 1 . Gl. Willecote 1 . Ess. Wileiam 1 . Wa. 
Wilebec 1 , Wilebene 1 , Wilelei 1 . Yo. Wiltone. 

Das Suffix -wille kommt in dieser Form nur in De. 
vor, sonst -welle. 

Nach der Schreibung ist eine diphthongische Aus- 
sprache nicht mehr anzunehmen. Es findet sich in K., im 
westl. und mittleren Süden e, vereinzelt i (besonders De.), 
im Norden und nördl. Mittelland gewöhnlich e — also 
bereits me. Bestand. 

Für i im Norden haben wir wohl, wenn Yo. Wiltone 
hierher gehört, ws. Zwischenstufe anzusetzen (vgl. § 4). 



1 ws. wieU zu weallan. vgl. bei K.C.D. Wyl, Wil, WeUe und 
Zusammensetzungen. 2 K.O.D. Mersaham. Bei Sw. O.E.T. unter 
3 zu ws.weorÖ, weprÖig mit i-Umlaut. 4 ws. cietel aus *ceatil. 

§ 24 a. Ws. ie als i -Umlaut von ea (ausserws. e. 
Doch auch im Ws. findet sich e, obwohl seltener). 
Ess. Stepla (*staupila. ne. Steeple) regelmässig. 

§ 24b. Ws. ie als i -Umlaut von eo (ausserws. eo, io\ 
doch sind im späteren Ws. nicht umgelautete Formen 
häufig). 



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— 31 — 



ie finde ich hierfür nie: der Diptiihorig wird also nicht 
mehr gesprochen worden sein. Der Laut ist in dem 
ganzen Gebiet wiedergegeben durch e: 

K. Newetone, -dene, -cerce, Neutone, Nmcerce. Su. 
Neumonasteriü. De. Newentone, Neutone. Söm. Newetofie, 
Neuhalle. Gl. Neueton. Ess. Neüport, Neuuham, Neuue- 
landam. Wa. Newebold, Neweham. Li. Neuberie, Neutone, 
Neuhuse. Yo. Neuueham, -halla, -huswm, -tone, Neuhuse, 
Neutun. 

Daneben findet sich i ttnd zwar auch auf anglischem 
Gebiet! — ws. Vermittelung (vgl. § 4) ? 

De. Niwetone. Som. Niwetone. Ess. Niuuetunam, 
Niuuelandam. Ql. Niwetone. Wa. Niwehain, Nvwkbold, 
Niwetone. Yo. Niwehalle, Niwebolt, Niweham, Niwehusum, 
Niweton. 

Anm. Su. Niworde, Nitimbreham weisen die kürzere 
Form ni- statt niw~ auf, die in Zusammensetzungen ganz 
gebräuchlich ist (vgl. Earle, Ch. a. D. S. 466). 

§ 25. Sekundäre englische Diphthonge. Aus 
hellem Vokal •+■ palataler Spirans haben sich bereits neue 
Diphthonge gebildet. Sie sind wiedergegeben durch die 
Schreibung di und ei, gelegentlich auch durch e (e ist wohl 
nur ungenaue Wiedergabe des gehörten Lautes, man wird 
kaum, auf diese Schreibung sich stützend, monophthongische 
Aussprache annehmen können). 

1. ce -h g > ai, daneben ei und e: 

K. Ailesford 1 , Eilesford, Mesford. De. Eilesberge 2 . 
fiss.. Eilesforda, Elesfordam. 

2. ob 4- g y ai, daneben e: 

K. Craie*. Su. Claitune 5 . De. Clehangre*. Som. 
Claihelle 5 . Li. Claipol*. Yo. Claiton 5 , Cleton 5 . 

3. e + g im Auslaut > ei, ai: 

K. Brisewei 6 . De. Farewei, Orrewai, Grenowei, Eadewei, 
Witewei. Som. Bradewei, Ascwei, Stalwei. Wa. Radwei, 
Bodewei. 




— 32 — 



4. e -h gn > ei, ai. 

De. Teigne 7 , Taigne, Tainer. Li. Gainesburg*. 

5. ws. te -f- g (ausserws. e -f- g. Spätws. verdrängen 
Formen mit sog. Palatalumlaut vielfach die ältere i-um- 
gelautete Form). Hierher gehört das Suffix 4eg (ws). Ich 
finde dafür ei, ai, e in allen Grafschaften* z, B. : 

De. Bolenei. Gl. Willersei. Ess. Altmai. Li. Partenei, 
Partene; 

i, ig auf ws., aber auch auf anglischem Gebiet, wo e 
zu erwarten — ws. Zwischenstufe (vgl. § 4)? 

De. Kari, Mewi, Tori. Som. Cari, Curi, Hursi, Som, 
Aäelingi, Ederesige. Gl. ? Tereige. — Li. Colesi, Chelsi, 
Dorchesyg. Yo. Torni, Torchesig, Torchesiy. 

Anm. Französische Entwickelung liegt in folgenden 
Namen vor, in denen sich aus es unter Abgabe eines epen- 
thet. i an den vorhergehenden Vokal s ergeben hat: K. Eisse. 
De. Aisse^ Aisselie 9 , -ford, -mms/re 10 , Esseminstre i0 . Som. 
Aissa 11 , (Aixa n ), Aissebrige, -ford i2 , -cote, Aisecome. 



1 K.C.D. ^Eglesford = Aylesford, K. 2 ^Egel. 3 Thorpe, Chr. 
Gegnesburh, Li. 4 K.C.D. Craegean = Cray, K. 5 cl£g. 6 weg. 
7 Nap.-Stev., Crawf.-Charters S. 57: Tegn, De. 8 K.C.D. Exan, De. = 
Exe. 9 Ne. Exeleigh, De. 10 Ne. Axminster, Exminster, De. 
11 K.C.D. Axe, Som. = Ax river. 12 Ne. Exford, Som. 





Thesen. 



i. 



Sir Frederick Pollock, English Historical Review, 
1896, S. 280, ist im Unrecht mit der Annahme, dass 
italienische Schreiber am Domesday Book thätig gewesen 
seien. 



Hildebrand, Zts. f. rom. Phil., 1884, S. 359, Anm. 1, 
behauptet, dass zur Zeit des Domesday Book 'das graphische 
Zeichen h noch nicht seine diakritische Funktion zur 
Scheidung des palatalen und velaren c ausübte, die es im 
Normannischen des 12. Jahrh. übernommen' . Diese Auf- 
stellung entspricht nicht den Thatsachen. 



Zu Shirleys Drama 'The Sisters 1 Act V, Scene 2, macht 
der Herausgeber aus Anlass der Worte: 

'Send for a Hon . . he will not hurt the truc 
prince 1 
folgende Glosse: 

'The Hon will not hurt the truc prince. A sneer at 
Shakespeare! unnoticed by the commentators\ 
Meines Erachtens liegt jedoch eine Anspielung auf 
Shakespeare nicht vor. 



II. 



III. 





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Lebenslauf. 



Geboren wurde ich, Max Stolze, Sohn des Kastellans 
Friedrich Stolze und seiner Gattin Therese geb. Rossow, 
am 31. März 1878 zu Berlin. Ich bin evangelischer 
Konfession. Meine wissenschaftliche Vorbildung erhielt 
ich auf dem Dorotheenstädtischen Realgymnasium zu 
Berlin, das ich zu Michaelis 1896 mit dem Zeugnis der 
Reife verliess. Ich widmete mich dann auf der Königlichen 
Friedrich -Wilhelms -Universität zu Berlin dem Studium 
der neueren Sprachen, verbunden mit dem der neueren 
Germanistik und der Philosophie. Im Sommer 1898 ver- 
brachte ich studienhalber zwei Monate in Schottland und 
England. Je zwei Semester war ich ordentliches Mitglied 
des englischen und des romanischen Seminars. Im Laufe 
meiner Studienzeit besuchte ich die Vorlesungen und 
Übungen folgender Herren Professoren und Dozenten : 
Bornhak, Brandl, Dilthey, Harsley, Lasson, Münch, 
Pariselle, Paulsen, E. Schmidt, Schultz-Gora, Stumpf, 
Tobler, Wagner, v. Wilamowitz- Möllendorff. Am 12. Dez. 
1901 bestand ich die Promotionsprüfung. 

Allen meinen verehrten Lehrern sage ich an dieser 
Stelle meinen aufrichtigen Dank, den ich vor allem Herrn 
Professor Brandl schulde für seine Ratschläge und die 
Unterstützung, die er mir während meiner Studienzeit 
gewährt hat. 




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